Besuch in Cikanga – Projektreise 2014

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01.04.2016
Reisebericht Indonesien 2014
Ein ausführlicher Bericht

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Am 15. Februar begebe ich mich zum Münchner Flughafen, um mich dort mit Helmut Huber zu treffen. Es ist das erste mal, dass ich an der Projektreise von Fans for Nature teilnehme. Mit Medikamenten, einer Wetterstation und den Spendengeldern im Gepäck geht´s dann auf nach Jakarta mit Zwischenstopp in Dubai.

Nach einer langen und anstrengenden Anreise treffen wir am Sonntagabend im FM 7 Hotel ein, woSimone Biallas, eine weitere Teilnehmerin unserer nur dreiköpfigen Reisegruppe uns freudig erwartet.
Noch ziemlich verkatert von dem langen Flug fahren wir am Montagmorgen dann erst einmal zu Femke Monita´s.

Femke beeindruckt mich von Anfang an, ursprünglich kommt sie aus Holland, lebt aber schon viele Jahre in Indonesien, wo sie sich für den Artenschutz engagiert. Wir besuchen sie in ihrem 2008 gegründeten Jakarta Animal Aid Network Center (JAAN). Einige der dort aufgenommen 23 Hunde aller Rassen und Größen begrüssen uns freudig und aufgeregt, als wir eintreten.

Die Organisation vermittelt aber nicht nur herrenlose Hunde, sondern betreibt viele Programme wie z. B. Adler Rehabilitation, Schutz der Meeresschildkröten, Rettung aller Tierarten Indonesiens und Überwachung des Wildtierhandels. Wir unterhalten uns mit Femke über gemeinsame Projekte und übergeben ihr einen Teil der mitgebrachten Medikamente und Spendengelder, die sie freudig und dankbar entgegen nimmt.

Nachdem wir uns mit einem leckeren indonesischem Mittagessen gestärkt und ausgiebig die Hunde geknuddelt haben, machen wir uns auf die
rund 6 stündige Fahrt über holprige Pisten zum Cikananga Wildlife Center, dass 2 Stunden von der Stadt Sukabumi im Westen Javas liegt.
Angekommen im größten Wildlife Center Indonesiens können wir es kaum erwarten, die Tiere zu sehen. Das mehr als 14 Hektar große Center
beherbergt über 3000 Tiere, viele davon stammen aus dem illegalen Wildtierhandel oder verloren durch die Zerstörung ihrer Lebensräume ihre
Heimat. Wilhelmine, die Leiterin des Centers führt uns herum und zeigt uns die Klinik, in der momentan u. a. verletzte Plumploris behandelt
werden.

Wir bleiben zwei Tage und sehen uns alles an. Es gibt verschiedene Affen (u. a. Orangutans, Gibbons und Makaken), die Vogelzuchtstation beherbergt Arten wie den wunderschönen Short-tailed Green Magpie (Cissa thalassina), bedrohte Stararten und riesige Kasuare. Außerdem gibt es noch Malaien Bären, zwei Leoparden und viele mehr. Beeindruckt vom Engagement der Leiterin Wilhelmine , die übrigens auch aus Holland kommt, den Mitarbeitern und den fleißigen Volunteren überreichen wir auch hier einen Teil der Medikamente und Spendengelder.

Dann verabschieden wir uns und machen uns auf den langen Rückweg nach Jakarta. Am Donnerstag fliegen wir weiter nach Balikapan im Süden von Borneo. Dort treffen wir uns mit Ishak Yassir, Forstwissenschaftler und Mitarbeiter des indonesischen Forstministeriums. Er arbeitet seit einigen Jahren mit Fans for Nature zusammen, u. a. am Projekt „Meratus darf nicht sterben“. Am Tag darauf legen wir einen Zwischenstopp bei Wanariset ein. Die 1991 von Dr. Willi Smits gegründete Orang-Utan Rehabilitationsstation beherbergt nur noch ein paar Orang-Utans. Weitere Tier wurden im Jahr 2006 in das nur einige Kilometer entfernte Renaturierungsgebiet Samboja Lestari verlegt.

Unter den Orang-Utans befindet sich das an Hepatitis erkrankte Männchen „Romeo“, er fristet seit 15 Jahren ein Leben im Käfig. Mit traurigem Blick sieht er uns an, als würde er uns nach dem „Warum“ fragen. Leider ist er da nicht der einzige. Mittlerweile ist durch die Abholzung der indonesischen Regenwälder der Lebensraum für diese faszinierenden Tiere so geschrumpft, dass nicht mehr genug Platz für hunderte Orang-Utans ist, die noch auf ihre Auswilderung warten. Doch Dr. Ishak Yassir erzählt uns, dass er und sein Team nach einer anderen Lösung für Affen wie „Romeo“ suchen.

Auf unserer Tour in das artenreiche Regenwaldgebiet rund um den Meratus fahren wir an endlosen Plantagen mit Nutzpflanzen wie z. B. Ölpalmen vorbei, für die der Regenwald mit seiner Artenvielfalt für immer ausgelöscht wurde. Tiere haben in diesen Monokulturen keine Chance, entweder die Plantagenmitarbeiter töten sie oder sie verhungern, weil sie dort keine Nahrung finden. Abends treffen wir im Dorf der Dayak Gemeinschaft Tanjunsoke ein. FFN hat dort eine Lodge für Besucher und Ökotouristen, eine Schule und eine Krankenstation gebaut. In der Station wird momentan eine Krankenschwester ausgebildet. Zusammen mit den Ureinwohnern versucht FFN das noch intakte Waldgebiet zu erhalten und zu schützen.

Am nächsten Morgen sehen wir uns die Schule an und überreichen einen Fernseher und einen Videorekorder, damit im Unterricht Bildungsmaterial über Themen wie Umweltzerstörung gezeigt werden kann. Die Dayaks lassen uns an ihrem Festmahl teilnehmen und begleiten uns auf eine Tour durch den Regenwald über einen wilden Fluss. Am Sonntag geht die Reise dann ins ehemalige Holzfällercamp der Holzeinschlagsgesellschaft ITCI, wo uns Dr. Ishak Yassir herumführt.

Wir sehen uns die in die Jahre gekommenen Häuser auf dem schön angelegten Gelände an und suchen eines davon heraus. Es soll später als neues Bürogebäude für Fans for Nature Indonesia dienen. Dann zeigt uns Dr. Ishak Yassir noch die Baumschule, in der die Setzlinge zur Aufforstung für die aufgekauften Schutzgebiete gedeihen. Am Montag begeben wir uns auf eine Abenteuer Tour zum ehemaligen Auswilderungscamp für Orang-Utans im Meratus Regenwald. Auf Mopets bahnen unsere Fahrer den Weg über einen schmalen, schlammigen Schotterpfad. Der Weg ist mittlerweile so zugewachsen, dass wir ständig Ästen und stachligen Schlingpflanzen ausweichen müssen, die dem ein oder anderen blutige Kratzer an Nase und Ohren hinterlassen. Wir überqueren morsche Holzbretter, die als Bücke über 6 Meter tiefe Schluchten dienen und müssen die Mopets unter umgefallenen Bäumen hindurch und steile Abhänge hinauf wuchten. Angekommen im Camp verschaffen wir uns einen Überblick vom Zustand des Camps, dass wieder hergerichtet werden soll.

Leider warten wir ein paar Stunden vergeblich auf die ausgewilderte Orang-Utan Dame Maja, die inzwischen zwei Junge in der Wildnis geboren hat. Aber den Regenwald so zu erleben, machte das ganze wieder gut. Außerdem haben wir auf dem Rückweg gleich noch einen großen Waran aus der Schlingfalle eines Wilderers gerettet, der ihn womöglich verspeist hätte.

Am Dienstag sehen wir uns noch einen der traditionellen indonesischen Märkte an. Danach geht’s in das Renaturierungsgebiet Samboja Lestari, dass unter der Leitung von BOS steht. Dort wurden künstliche Inseln für unheilbar kranke Orang-Utans geschaffen und es gibt Waldgebiete mit speziellen Käfigen für die Auswilderung gesunder Tiere. Unsere letzte Station an diesem Tag ist das Nasenaffenschutzgebiet am Sungai Hitam Fluss. Wir treffen dort auf mehrere Gruppen dieser imposanten Tiere und machen viele Fotos. Am Abend verabschiedet sich Helmut Huber von Simone und mir, weil er zurück nach Jakarta muss.

Am Mittwoch klettern wir noch auf die schwindelerregenden Baumwipfel-Brücken (Canopy Bridge) in Bukit Bangkirai und besuchen die Auffangstation für misshandelte Malaienbären und Straßenkatzen im KWPLH (heißt ?). Am Tag drauf sehen wir uns eine Krokodilfarm an und genießen ein paar schöne Stunden am Strand, bevor wir uns zum Abendessen mit Dr. Ishak Yassir treffen.

An unserem letzten Tag gehen Simone und ich noch mal ausgiebig shoppen und machen uns auf den Rückflug nach Jakarta, von wo aus ich wieder nach Hause fliege und Simone noch eine Woche auf die traumhafte Insel Kotok Island fährt.

Fazit: Eine Abenteuerreise, die sich lohnt!

Cathrin Hoffmann, Reiseteilnehmerin 2014